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Arzneimittel kindgerecht verabreichen

12. August 2020

Ratgeber – Mutter und Kind

12. August 2020

Arzneimittel kindgerecht verabreichen

Ratgeber – Mutter und Kind
Als Elternteil leidet man ohnehin meistens mit, wenn das Kind erkrankt ist. Umso schlimmer, wenn es sich nicht helfen lassen will, weil keine Medizin einnehmen will. Es gibt aber ein paar Tricks, die Sie anwenden können, wenn der Sprössling den Kopf wegdreht, den Mund zukneift und sich mit Händen und Füßen wehrt.

Eines Vorweg: Auch wenn die Einnahme bestimmter Medikamente für das Wohl des Kindes unverzichtbar ist, sollten Sie auf keinen Fall versuchen, ihm etwas mit Gewalt einzuflößen. Oft hilft schon die Aussicht auf eine kleine Belohnung hinterher, um den Sprössling zu überzeugen. Das darf dann auch ruhig mal ein Bonbon sein – aber Vorsicht: verkaufen Sie dem Kind nicht die Arznei selbst als Süßigkeit. Versuchen Sie dem Kleinen lieber klarzumachen, wozu die Medizin gut ist und was sie bewirken wird. Darüber hinaus sollten Sie immer darauf achten, dass das Medikament auch wirklich für Kinder gedacht ist. Wir beraten Sie dazu gerne vor Ort in der Apotheke.

Saft oder Sirup

Vor allem Säfte sind für Kinder gut geeignet, weil dadurch die Verschluckungsgefahr viel niedriger ist. Entgegen dem alten Sprichwort wirkt auch Medizin, die gut schmeckt. Deshalb gibt es viele Säfte in angenehmen Geschmacksrichtungen. Manche Arzneien sind dagegen gar nicht so lecker – dann ist tricksen gefragt: Am besten verabreichen Sie solche Säfte mithilfe eines Löffels, während der kleine Patient sitzt. Dazu reichen Sie ein Glas Wasser oder Tee, eventuell auch einen Keks, um den Geschmack gleich wieder loszuwerden. Bei Kleinkindern empfiehlt es sich, eine Spritze ohne Nadel zu verwenden, um das Medikament hinter die Backenzähne zu spritzen – und somit an den Geschmacksknospen vorbei. Diese liegen heute bei vielen Präparaten schon der Packung bei. Es kann auch helfen, die Medikamente im Kühlschrank aufzubewahren. Durch die Kälte wird der Geschmack nicht mehr so intensiv wahrgenommen.

Für dünnflüssige Tropfen bleibt der altbewährte Löffel Zucker, um den Geschmack auszugleichen. Alternativ können Sie die Tropfen auch in etwas Fruchtmus oder -saft einrühren und so dem Kleinen unterjubeln. Dabei sollten Sie aber darauf achten, dass das Kind aufisst, um die richtige Dosierung beizubehalten. Nicht geeignet sind Milchprodukte oder Grapefruitsaft, da diese die Medikamentenwirkung verstärken oder abschwächen können. Für Babys geben sie einige Tropfen auf den Schnuller oder Beißring.

Augen- und Ohrentropfen

Besonders unangenehm wird es, wenn das Kind an empfindlichen Stellen behandelt werden muss. Kinder kneifen oft die Augen schon zu, wenn sich das Tropfengefäß langsam ihrem Gesicht nähert. Die einfachste Art, die Tropfen trotzdem verabreichen zu können ist, sie auf das geschlossene Auge zu geben: Während das Kind auf dem Rücken liegt, geben Sie einen Tropfen auf den Augeninnenwinkel und ziehen dann das untere Lid leicht herunter. Achten Sie dabei darauf, das Auge mit der Pipette nicht zu berühren, um Verletzungen und Verunreinigungen zu vermeiden. Wenn das Kind nun blinzelt, verteilt sich die Flüssigkeit automatisch. Wenn selbst das nicht hilft, bitten Sie am besten eine zweite Person, den Kopf des Kindes festzuhalten, und verabreichen Sie das Sekret im liegen.

Ohrentropfen sollten Sie auf der Seite liegend verabreichen, mit dem betroffenen Ohr nach oben. Dies wird als weit angenehmer empfunden, wenn Sie die Arznei vor dem Gebrauch leicht mit den Händen erwärmen. Geben Sie einige Tropfen direkt in das Ohr und lassen Sie sie in den Gehörgang hineinlaufen. Nun sollte das Kind auch kurz in dieser Position verharren.

Zäpfchen

Bei den Kleinsten lassen sich oft Zäpfchen besser verabreichen als Saft. Am besten funktioniert auch das in liegender Position und mit den Beinen nach oben. Damit das Zäpfchen besser flutscht, halten Sie es kurz unter warmes Wasser. Von der Verwendung von Cremes, Gleitmitteln oder Babyölen sollten Sie allerdings absehen – sie könnten die Aufnahme des Wirkstoffs beeinflussen.

Tabletten und Kapseln

Der Klassiker unter den  heimlichen Strategien ist das Zerkleinern von Pillen, um sie dann einem anderen Lebensmittel beizumischen. Das ist aber nicht bei allen Präparaten ratsam. Einige haben einen speziellen Film, der den Wirkstoff vor der Magensäure schützt und damit verhindert, dass der kleine Patient die Tablette schmeckt. Da sich dieser Film nur auf der Außenseite befindet, schmeckt die Tablette viel intensiver und bitter, wenn man diese dann zerteilt zu sich nimmt. Sprechen Sie daher vorher mit Ihrem Apotheker ab, um was für eine Art von Tablette es sich handelt.

Kapseln hingegen können Sie in den meisten Fällen einfach aufbrechen und dem Sprössling das enthaltene Pulver vorsichtig unterschummeln, etwa in Saft oder Tee. Hier sollten Sie darauf achten, dass die gesamte Dosis eingenommen wird. Auch wenn Ihr kleiner Patient schon anstandslos eine Tablette schluckt, sollten Sie stets genug Wasser oder ungesüßten Tee dazu reichen.

Worauf sonst noch zu achten ist

Wenn Sie einmal vergessen haben, Ihrem Kind eine Arznei zu verabreichen oder es diese erbrochen hat, sollten Sie beim nächsten Mal nicht die doppelte Menge verabreichen. Hier besteht die Gefahr einer Überdosis. Sprechen Sie immer zuerst mit Ihrem Kinderarzt oder Apotheker.

Weiterhin ist es wichtig, dass Sie bei Kinderarzneimitteln immer das Haltbarkeitsdatum im Blick haben, denn diese laufen relativ schnell ab. Schauen Sie also vor der Anwendung lieber noch einmal auf die Verpackung und notieren Sie sich beim Anbrechen einer neuen Medizin immer das Datum auf dieser. Säfte und Tropfen lagern Sie am besten im Kühlschrank und verwenden sie nicht länger als sechs Monate. Offene Augentropfen sind nur sechs Wochen haltbar und Pulver ist oft schon nach wenigen Tagen schlecht.

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2020-10-14T13:37:28+02:00
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